Die alte Kräuterkammer


Eine gewöhnliche Fußgängerzone mit Geschäften und Labels wie sie in allen deutschen Städten zu finden ist.
Nichts ahnend welche besondere Atmosphäre an einem versteckten Ort über der Altstadt aufzuspüren ist, die alte Kräuterkammer.
Hier werden schon lange keine Salben und Heilmittel mehr angerührt, auf den ersten Blick wirkt die Zeit wie stehengeblieben, jedoch ist hier nichts wie in einem Museum inszeniert.  Die Historie ist zu spüren, das Holz knirscht beim gehen, es riecht nach hunderten Kräutern, das Licht tritt wie in einem guten Kinofilm durch die alten Fenster ein. Inmitten dieser Szenerie, ein älterer Herr. Auch dieser wirkt wie aus einem Film entsprungen: Herr Wellsow.






















Es ist spührbar wie detailverliebt der Apotheker die Geschichte seiner Raths-Apotheke erforscht, die bis ins Jahr 1294 zurückreicht, eine Arbeitswelt der Heilkräuter und Salben. Orte wie diese sind so gut wie verschwunden, der Arbeitsalltag von Apothekern hat sich deutlich verändert, z.B. werden heutzutage die Inhaltsstoffe der Kräuter zur 

Arzneiherstellung als flüssige Konzentrate platzsparend gelagert, die Erkennisse von Heilmethoden wurden weiterentwickelt. Auch das Pulveron getrockneten Echsen dient heute nicht mehr zur Potenzsteigerung, wie es noch in einem alten Apothekerhandbuch zu lesen ist.
Gert Wellsow hat die alte Kräuterkammer seit 1972 sorgsam konserviert, Arbeit
scheint das nicht für ihn gewesen zu sein, nur Freude.






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